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Darum bin ich noch dabei

07.05.2022 I

⭐⭐Die heutige Tageszusammenfassung ⭐⭐

 

Konvoi Nr 57 befindet sich in 2 Konvois und 38 und somit allen belegten Sitzplätzen auf dem Weg Richtung München.
Konvoi Nr 58 ist heute Abend mit 5 Autos und 16 freien Sitzplätzen Richtung Przemyśl gestartet.

 

Und was ist heute sonst noch so passiert??

Knapp 9 Wochen Civil Relief

Ihr kennt ja mittlerweile meine Tageszusammenfassungen ganz gut. Und die ein oder andere wird auch mal etwas persönlicher. Heute ist so ein Tag an dem ich euch mal wieder an meinen persönlichen Gedanken teilhaben lassen möchte.
CIVIL RELIEF MUNICH gibt es jetzt seit knapp 9 Wochen. Und ich war eine von denjenigen, die über einen Freund von dem Projekt gehört hat, nur mal eben ein paar Zimtschnecken vorbei bringen wollte und Zack in dem tollen Projekt mit gefangen war. (Seitdem bin ich übrigens bei Anett auf dem Handy als „Franzi Zimtschnecke“ abgespeichert). Und aktuell geht es mir so, dass ich so langsam den Glauben daran verliere, dass das Projekt noch lange so weiter funktionieren wird. Die traurige Wahrheit dabei ist aber auch, dass leider aktuell kein Ende des Krieges und der Bombardierungen in der Ukraine in Sicht sind.

Ich schreibe mittlerweile mit Unterstützung von Markus und Carina jeden Abend Zusammenfassungen die in mittlerweile 6 Fahrerpools mit insgesamt 894 Teilnehmern geschickt werden. Und ja wir bekommen hin und wieder positives Feedback, dass die Tageszusammenfassungen super schön zu lesen sind und dass damit jeder auf dem aktuellen Stand bleibt und es schön ist zu sehen wie die Sache weiter geht. Aber Fakt ist auch. Ohne euch und eure Netzwerke wird das Projekt nicht weiter gehen.

Anett ist beispielsweise diese Woche so ziemlich am Ende ihrer Kräfte. Eigentlich ist sie die absolute Powerfrau für unsere Spenden Akquise. Dazu kommt sie aber aktuell überhaupt nicht mehr, da wir kaum bis keine Unterstützung mehr auf dem Parkdeck haben und Anett sich sowas von verantwortlich fühlt dann das halt auch noch zu übernehmen, dass sie zwischen ihrem Vollzeitjob und kranken Kindern zuhause eben auch noch die komlette Verantwortung für das Fuhrparkmanagement übernimmt. Und ja das funktioniert mal ein paar Tage. Aber nicht mehr lange.

 

Das Schwanthalerhöhe Projekt

Ein weiteres Beispiel ist die Schwanthaler-Höhe. Unsere Idee und Vorstellung war, dass wir dort über eine super coole Aktion mehr auf uns aufmerksam machen und somit wieder mehr Menschen finden die uns unterstützen kommen. Aber leider haben wir nicht mal die Menschen die uns für dieses Schwanthalerhöhe Projekt unterstützen. So bin ich heute selber dorthin gefahren und habe mit der Unterstützung von dem lieben Kai und später dann auch meinem Freund Julian und unserem kleinen Sohn dort selber den Laden geschmissen. Und ja ich würde auch lieber mit meinen Freunden gemütlich beim Kaffee trinken sitzen und ratschen und stattdessen muss ich ertragen, dass mein Freund unserem Kind schrecklich klingende Autokräne kauft um es dort vor Ort bei Laune zu halten damit ich noch ein bisschen bleiben und die Türen noch eine Weile geöffnet bleiben können (ich hoffe die Batterie ist bald leer 😊 ). Aber ehrlich gesagt können wir uns ja auch alle vorstellen, dass unsere Fahrgäste, die wir in unseren täglichen Konvois transportieren auch viel lieber was anderes machen würden als mit unserem Konvoi in eine ihnen unbekannte Zukunft Richtung München zu fahren. Und trotzdem steigen sie ein und vertrauen uns jeden Tag aufs Neue, dass wir schon das richtige machen.

 

Bitte helft uns diese tolle Organisation am laufen zu halten!

Ich möchte gar niemand absprechen ein privates Leben zu haben, einen Beruf zu haben, Kinder etc. etc. Aber an so manch einem Tag habe ich das traurige Gefühl, dass unsere Tageszusammenfassungen und auch unsere Aufrufe nach Hilfe bei 894 Menschen im Sand verlaufen. Und glaubt mir, ich würde 1000x lieber jeden Abend lauter tolle Erfolgsgeschichten erzählen anstatt wie ich mich aktuell immer zumindest fühle immer nur nach Unterstützung betteln.

Wenn sich also jeder von euch 894 Menschen (und allen anderen die uns über die Sozialen Medien wie Instagram, unsere Webseite und Co mitverfolgen) überlegt, wie er sich möglicherweise noch einmal in dieses Projekt mit einbringen kann, eine Tour mit fahren kann oder uns auf dem Parkdeck oder im Gastfamilienvermittlungsteam unterstützen kommt, würde das Projekt hier einen enormen Sprung nach vorne machen. Vielleicht sprichst du mal mit deinem Chef, ob du Überstunden abbauen darfst und kommst jeden Vormittag 3 Stunden aufs Parkdeck. Oder du kannst eine Woche Urlaub nehmen die du eh nicht weißt, wann du sie nehmen sollt. Dann schenke uns diese Zeit und komme aufs Parkdeck. Das Wetter wird nächste Woche traumhaft schön. Ich werde höchst persönlich jedem von euch, der sich bei mir meldet und sagt ich hab hier ein paar Stunden Zeit, oder möchte gerne hier helfen oder da eine Woche Teil des Teams werden antworten und schauen dass er am für ihn richtigen Platz landet.
Wenn mir jemand zu diesen sehr persönlichen Worten von mir Rückmeldung geben möchte dürft ihr das super gerne machen. Ich bin aktuell und weiterhin ziemlich gut darin hoffentlich jede Nachricht die auf meinem Handy landet zu beantworten.

 

Weiter mit Geschichten die für heute noch interessant sind

Steffi und Stefan machen heute wieder eine Nachtschicht.
Was mich super traurig gemacht hat zu hören war, dass für die heutige Tour insgesamt 12 Fahrer kurzfristig abgesagt haben. Aus diversen und sicherlich oft verständlichen Gründen. Aber das bedeutet eben auch für viele Menschen vor Ort, dass sie weiterhin warten müssen.

Ein Feedback:

„Immer wenn ich aufs Parkdeck komme und Spenden abgebe, gebt ihr mir das Gefühl das es wertvoll und wichtig ist was ich bringe und das macht mir Spaß und das ist der Grund warum ich Euch immer wieder was spende. Egal wieviel grad los ist ihr nehmt Euch immer für jeden Einzelnen Zeit und das ist so wertvoll.“

 

Jeder kann sich bei Civil Relief einbringen

Andrea hat mich glaube ich Mittwoch kontaktiert, dass sie freitags immer frei hat da sie nur 80% arbeitet. Dann war sie wirklich direkt gestern den ganzen Tag mit auf dem Parkdeck, hat mit angepackt, Spenden sortiert, in Autos geräumt und wird in Zukunft jeden Freitag uns ihren freien Tag zur Verfügung stellen. Helfen ist bei uns eigentlich ziemlich einfach. War gestern nicht mehr in der Zusammenfassung und ich finde es aber super schön aufzuzeigen wie einfach es ist bei uns mit einzusteigen.

Anett hatte heute Unterstützung von Anette, Ben, Jens und Christian. Sie haben versucht maximal viele Spenden in die Autos rein zu bekommen aber einiges musste leider stehen bleiben und in den nächsten Konvois mitfahren. Santiago & Markus (alias Gabi) haben heute Nacht/Vormittag alle Autos auf Deck 6 tipitopi vorbereitet.

Rückmeldung von Pascal aus Trip 56:

„Auch von mir einen recht herzlichen Dank für die tolle Orga und vor allem den coolen Team-Sprit… So machen schlaflose Nächte definitiv Spaß. Es war mir eine Freude die 11-köpfige Familie sicher an ihr Ziel zu bringen.Vielleicht bis bald!!!“

Rückmeldung von Stephanie aus Trip 56:

„Auch von mir ein ganz großes Dankeschön an alle 💚 Es war super mit euch und wir haben das Hauptziel erreicht – dass unsere Gäste am Ende sicher und wohlbehalten angekommen sind. In dem Moment als unsere Damen von ihren Freunden in Empfang genommen wurden war es tatsächlich sehr emotional und für mich der Moment, der gezeigt hat, dass jede schlaflose Sekunde es wert war. Passt auf euch auf und macht weiter so“

 

Und hier zusammenfassend. Das ist genau der Grund warum ich weiterhin dabei bin. Und du??

Eine gute Nacht aus München

4 Gedanken zu „Darum bin ich noch dabei“

  1. Hallo Franzi Zimtschnecke,
    irgendwann bin auch ich über eure seite gestolpert, und auch mich haben deine täglichen news, dein mal emotionler mal mitreißeneder schreibstil gefesselt und neugierg auf mehr gemacht. so kam es das eines tage auf deck 6 kam und mir alles mal ansehen wollte. man begrüßte mich etwas skeptisch aber dennoch freundlich. die meisten meiner fragen fand ich hinterher beantwortet. für mich stand schnell fest das ich definitiv mich auch als fahrer melden werde, aber erstmal n paar tage irgenwie freischaufeln muß. so kam es das ich darauf folgend 2 weitere male erschien und lebensmittel und andere sachen anlieferte. vergangenen freitag kam ich dann auch mal mit ner aufgenommenen ukrainerin (olga) ins deck um ihr das zu zeigen was ich bisher kennenlernen durfte und um meine begeisterung zu teilen. ich erklärte kurz warum ich da war, aber diesmal was es iwie anders, zwar wurden meine fragen beantwortet, die worte waren zwar freundlich, die wortwahl wie auch die körpersprach aber ablehnend. trotzdem fragte ich noch meine besucherin ob sie sich denn vorstellen kann bei dem projekt zu helfen, zb die online kanäle betreuen – was sie fast schon erwartungs gemäß gerne machen würde. evtl zur ergänzung, wie wohnen in tölz, also mal eben 10 minuten mit der u-bahn hinfahren is nicht…
    also schrieb ich ne diesbezüglich ne mail und bekam prompt anwort auch ne antwort in form einer ablehnung. „…bereits traumatisiert, könnte zu emotional werden…“.
    wenn ich solche erfahrungen mit crm machen durfte, kann ich mir sehr gut vorstellen das es anderen auch ähnlich ergehen könnte. und die schreiben dann möglicherweise keinen komentar auf deinen bewegenden auf(oder not-)ruf für weitere freiwillige, sondern ziehen sich womöglich einfach nur zurück.

    das leben ist nun mal nicht immer frischer kaffee mit zimtschnecken, und die wenigsten können wohl auch nur ansatzweise vorstellen was ukrainer in den letzten wochen durchmachen mussten und immer noch durchmachen, auch wenn sie längst aus dem land raus und in sicherheit sind. aber wir alle müssen lernen mit unseren erlebten umzugehen und weiter zu leben. ob dies nun der tot innerhalb der familie ist, oder ob es tätigkeiten in ner anderen hilfsorganisation sind die nicht ganz so alltäglich sind das ich sie an dieser stelle erwähnen möchte. olga zb zuckte kürzlich extremst zusammen als sie selbst ihre autotür zuschlug, auch wenn sie schon deutlich entspannter verhält seit dem sie bei mir ist.
    wie es für mich und meine fahrermotivation weiter geht kann und mag ich heute noch nicht entscheiden. bei dir möchte ich mich in jedem fall dür deine schönen berichte und deine motivation bedanken und wünsch dir alles gute für die zukunft!
    grüße aus tölz
    jimmy

  2. Darum bin ich nicht mehr dabei.

    über einen Bekannten bin ich auf die org aufmerksam geworden und habe spontan eine 6-köpfige Familie aufgenommen, die auch immer noch hier bei mir wohnen. Weil ich diese Hilfe unterstützenswert fand, aber ausserhalb wohne und eine Hilfe auf dem Deck nicht so einfach wäre, habe ich mich als Fahrer angemeldet. Hier wäre ich auch bereit gewesen mehrfach mitzufahren und hätte mir dafür ggf. auch Urlaub genommen.

    Um es kurz zu machen: Leider ist euer Ansatz von „Hilfe um jeden Preis, koste es was es wolle“ nicht etwas mit dem ich mich identifizieren kann/will. Nach der erste Fahrt habe ich entschieden dass ich SO nicht noch einmal mitfahre und es auch nicht verantworten kann das in meinem Netzwerk zu teilen.

    Schade – die grundsätzliche Idee hinter der Org ist toll. Leider wird das messaging zu stark kontrolliert und die Helfer zu abwertend behandelt (zumindest von einigen in der Org).
    Würde mich nicht wundern wenn auch dieser Beitrag zensiert würde.

    1. Hallo Johannes. Wir zensieren hier keine Nachrichten und sind immer offen für alle Meinungen, Ideen und Vorschläge. Den nur so können wir unsere Arbeit effizienter und besser machen. Unser Ansatz ist: schnell und effektiv zu helfen. Dass es dabei auch mal zu Missverständnissen, Ärgernissen oder Enttäuschungen kommen kann, das ist leider nicht zu vermeiden, wir nehmen aber Dein Anliegen ernst und sind über konstruktive Verbesserungsvorschläge immer offen. Dabei sollten wir aber nie vergessen, warum wir dies alles machen. Den es geht nicht um uns, es geht auch nicht um Politik oder darum, die Welt zu retten. Es geht um Menschen, die Sicherheit brauchen. Und darum, unsere Unterstützung am effizientesten in kürzester Zeit zu organisieren. Wir laden Dich hiermit herzlich ein, mit uns ein klärendes Gespräch zu führen, Deine Ideen und Verbesserungsvorschläge einzubringen und aus Geschehenen zu lernen und es in Zukunft besser zu machen. Einen schönen Abend aus München wünscht Dir das Team von Civil Relief Munich.

  3. Lieber Julian,

    leider ist die Aussage ‚Wir zensieren keine Nachrichten‘ nicht korrekt: nicht nur wurde ich wegen einer Nachricht in einer Whatsapp-Fahrergruppe mit großem Nachdruck aufgefordert diese Nachricht sofort wieder zu löschen (‚da sie alles kaputt machen würde‘) sondern auch persönlich absolut unangemessen von der Vereinsspitze angegriffen und letztendlich aus allen Whatsapp-Gruppen geworfen.

    Die sachlichen Hintergründe (‚so wie die Fahrten jetzt organisiert sind ist das Unfallrisiko extrem hoch – lasst uns darüber reden wie wir das Risiko senken können‘) haben überhaupt keine Rolle gespielt.

    Beste Grüße und weiterhin ganz ehrlich viel Glück!

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